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Gesamtschule schafft Start im zweiten Anlauf

Veröffentlicht von Franz-Josef Krieger (krieger) am 22.08.2014
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Bei der Eröffnungsfeier ist häufig von „historisch“ die Rede. 114 Schüler bilden die vier Eingangsklassen der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich.

Von Antonius Wolters

Aldenhoven/Linnich. Der 21. August 2014 markiert ein historisches Ereignis für die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Linnich, denn an diesem Tag wurde die gemeinsame Gesamtschule Aldenhoven-Linnich aus der Taufe gehoben.

Bei 114 Mädchen und Jungen dürfte es gestern im Bauch gekribbelt haben, als sie mit mehr oder weniger großer familiärer Unterstützung zur Einschulungsfeier in die Aula des Schulgebäudes am Pestalozziring in Aldenhoven kamen, auf dem noch der Name Käthe-Kollwitz-Realschule prangt. Während die Realschule ausläuft, befindet sich die Gesamtschule, die mit vier fünften Klassen startet, erst am Anfang ihrer Aufbauphase. „Die Kollegen von der Realschule haben uns gut aufgenommen“, dankte Schulleiterin Petra Cousin ausdrücklich den Nachbarn im gleichen Gebäude. In ihrer Begrüßungsansprache bemühte Cousin sich später, ein ganzes Bündel an Dankesworten anzubringen an alle, die am Zustandekommen der neuen Gesamtschule beteiligt waren und sind, die auch schon ein Motto hat: Gemeinsam aktiv und lernfreudig. Die Schulleiterin hatte auf der Bühne das gesamte neue Kollegium um sich geschart, zu dem auch Charles Cervigne gehört. Der evangelische Pastor erteilt in der Gesamtschule nicht nur Religionsunterricht, sondern ist auch Verbindungsmann zu den Kirchen und Vereinen in Aldenhoven. Da er auch in den dortigen Grundschulen unterrichtet, ist er für viele Kindern eine vertraute Kontaktperson.

Nachdem die beiden Geburtstagskinder Sofia (10 Jahre) und Julia (11) kurz gefeiert worden waren, leitete der Geistliche den ökumenischen Gottesdienst, um betend und singend den Segen für das Gelingen der neuen Bildungseinrichtung zu erbitten. In gleichem Sinne rief Hodscha Mohammed Ali Yener Allah an.

„Es ist geschafft“, beschwor Bürgermeister Lothar Tertel den historischen Moment für die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Linnich, die einen zunächst holprigen und am Ende sehr schön asphaltierten Weg beschritten hätten. Er dankte allen Kräften, die beigetragen haben, die tausenden großen und kleinen Dinge zu erledigen, die zur Gründung der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich notwendig waren. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, nutzt die Chancen“, rief er den Gründungsschülern zu.

„Ich bin überzeugt, dass wir einen guten Weg eingeschlagen haben“, ergänzte Tertels Linnicher Amtskollege Wolfgang Witkopp.

Karl-Robert Weigelt, der bei der Bezirksregierung in Köln für die Gesamtschulen zuständige Dezernent, vergaß es nicht, auch die vier auslaufenden Schulen in Aldenhoven und Linnich zu grüßen. Dort zu unterrichten sei „nicht das allerschönste Arbeiten“, merkte er an. Die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Linnich beglückwünschte Weigelt „zu der ungewohnten neuen Schulform. Das war die richtige Entscheidung“. In diesem Zusammenhang dankte der Dezernent den Eltern für den Vertrauensvorschuss, denn erst durch das Erreichen der vorgegebenen Zahl von mindestens 100 Anmeldungen sei die Schule letztlich zustande gekommen.

Kein Einzelfall

Dass dies nicht immer auf Anhieb klappt, war übrigens nicht nur bei der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich so, berichtete Weigelt auf Anfrage. Zuletzt seien in Rheinbach und Pulheim ebenfalls Gesamtschulen erst im zweiten Anlauf gegründet worden. Dem neuen Kollegium prophezeite der ehemalige Leiter einer Gesamtschule viel Arbeit und viel Freude im Beruf. Er wünschte allen Erfolg und Freude ohne Angst. Die Bezirksregierung werde die Schule auf ihrem weiteren Weg begleiten und beraten.

Dann hatten die Kinder lange genug still gesessen und Reden gelauscht, denn nacheinander wurden die vier Eingangsklassen von ihren Klassenlehrern auf die Bühne gerufen. In gelöster Stimmung ging es später auf den Schulhof, wo mit Gas gefüllte Luftballons darauf warteten, anlässlich der Eröffnung der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich hinaufgelassen zu werden, begleitet von Wünschen für ein gutes Gelingen.

Quelle: Jülicher Zeitung vom 22.08.2014

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Zuletzt geändert am: 02.09.2014 um 22:11

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