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Gedenkstättenfahrt

Erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich – Ein Erlebnisbericht

 
Vom 1. bis 4. Juli 2024 unternahmen die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich ihre erste Gedenkstättenfahrt. Diese Reise, die künftig jährlich angeboten werden soll, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den historisch bedeutsamen Orten Auschwitz und Krakau.
 
Am frühen Morgen des 1. Juli brachen 54 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich zusammen mit den Lehrkräften Georg Blaudow, Felicitas Back und Maren Stockamp zur ersten Gedenkstättenfahrt auf. Die lange Busfahrt führte durch Westdeutschland und Polen, bevor die Gruppe am Abend Oświęcim, den heutigen Namen des Ortes, an dem sich das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befindet, erreichte.
 
Der nächste Tag begann mit einer Führung im Stammlager Auschwitz I. Die Schülerinnen und Schüler zeigten große Ernsthaftigkeit und Aufmerksamkeit, als sie durch die erhaltenen Überreste des Lagers geführt wurden. Besonders eindrucksvoll waren die ausgestellten persönlichen Gegenstände der Häftlinge – Räume voller Menschenhaar, leerer Koffer und Kleidung –, die das Ausmaß des Grauens verdeutlichten. Die Konfrontation mit den Kinderzeichnungen aus Auschwitz berührte die Gruppe tief.
 
Nach einer kurzen Mittagspause setzte die Gruppe ihre Besichtigung im Vernichtungslager Birkenau fort. Das Durchschreiten des Geländes und der Anblick des großen Eingangstores, bekannt als „Tor des Todes“, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Der Kontrast eines sonnigen Sommertages zu den Stacheldrahtzäunen und den Überresten der Baracken war besonders eindringlich. In Birkenau wurde der Gruppe die Geschichte des sogenannten Familienlagers Theresienstadt erzählt. Dieses Lager diente der Täuschung der internationalen Gemeinschaft, insbesondere des Roten Kreuzes, indem den Häftlingen eine vermeintlich bessere Behandlung vorgegaukelt wurde. Tatsächlich wurden die meisten Insassen nach kurzer Zeit in die Gaskammern geschickt. Eine Schweigeminute am Denkmal für die Opfer des Holocaust bildete einen besonders nachdenklichen Moment.
 
Am Abend nahmen die Schülerinnen und Schüler an Workshops im Bildungszentrum der Gedenkstätte teil. Sie setzten sich intensiv mit den Themen Häftlingsbriefe und den alltäglichen Herausforderungen im Lager auseinander. Trotz der langen und emotional belastenden Besichtigungen zeigten sie bemerkenswerte Konzentration und Engagement.
 
Der dritte Tag der Reise führte die Gruppe nach Krakau. Im Jüdischen Museum nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem Zeitzeugengespräch teil. Die Tochter von Maria Nowak erzählte die Geschichte ihrer Mutter, die ihrer jüdischen Freundin Helena Goldstein half, aus dem Ghetto zu fliehen. Maria Nowak wurde dafür von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler das ehemalige jüdische Ghetto und das jüdische Viertel, wo auch Teile des Films „Schindlers Liste“ gedreht wurden. Der Besuch der Synagoge und des jüdischen Friedhofs vertiefte ihr Verständnis für die jüdische Geschichte und Kultur.
Am späten Nachmittag hatten die Schülerinnen und Schüler ein bisschen Zeit, die Altstadt von Krakau zu erkunden. Der vierte Tag begann frühmorgens mit der 15-stündigen Rückfahrt. Die Gruppe kehrte erschöpft, aber tief beeindruckt von den Erlebnissen und Erkenntnissen der vergangenen Tage zurück.
 
Georg Blaudow, der Initiator der Gedenkstättenfahrt, zeigte sich zufrieden: „Es war uns wichtig, die Schülerinnen und Schüler auf diese Reise gut vorzubereiten, und es hat sich gezeigt, dass sie die emotionalen und historischen Aspekte der Besichtigungen tief verinnerlicht haben. Die Unterstützung durch die Schulleitung, insbesondere durch Frau Oidtmann, war dabei entscheidend. Ich bin stolz auf die Ernsthaftigkeit und das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler.“
 
Nach den Sommerferien, am 6. September, wird es einen Nachbereitungstag geben, an dem die Erlebnisse und Eindrücke gemeinsam reflektiert und aufgearbeitet werden. Geplant ist auch eine Ausstellung, die den anderen Schülerinnen und Schülern präsentiert wird, um die Bedeutung der Erinnerungskultur weiterzutragen und das Bewusstsein für die historischen Ereignisse zu schärfen.

Erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich

Ein Schritt zur Demokratieförderung und gegen Extremismus


Vom 1. bis 4. Juli 2024 findet die erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich statt. Diese bedeutende Bildungsreise wird künftig jährlich für Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen sowie der Einführungsphase und Qualifikationsphase 1 (Q1) der Oberstufe angeboten. An der diesjährigen Reise nehmen 54 Schülerinnen und Schüler sowie die Begleitpersonen Frau Maren Stockamp, Frau Felicitas Back und Herr Georg Blaudow teil.

Die Reise umfasst den Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und der Stadt Krakau, einschließlich des ehemaligen Ghettos, des jüdischen Viertels und einer Synagoge. In Auschwitz werden die Teilnehmenden durch die Gedenkstätte geführt und nehmen an einem Workshop im Bildungszentrum teil, um die Eindrücke zu vertiefen und zu reflektieren. Unterstützt wird die Fahrt auch durch die Schulleitung, Frau Oidtmann, die das Projekt tatkräftig fördert.

Georg Blaudow, der Initiator und Hauptverantwortliche der Gedenkstättenfahrt, erläutert: „Die ersten Ideen und Planungen für diese Fahrt gab es bereits 2016, jedoch standen verschiedene Hindernisse im Weg. Damals war unsere Schule noch im Aufbau, und durch die Coronakrise wurde die Planung weiter verzögert. Ich bin sehr froh, dass wir es nun endlich geschafft haben, diese Fahrt zu organisieren und zu realisieren. Es ist uns Gott sei Dank möglich, diese Fahrt für die Schülerinnen und Schüler sehr günstig anzubieten, dank der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und einer großzügigen Zuwendung der Sanddorf Stiftung.“

Die Sanddorf Stiftung, eine junge gemeinnützige Initiative, engagiert sich in den Bereichen Gesundheit, Völkerverständigung und Wissenschaft. Besonders wichtig ist ihr die Pflege der deutsch-polnischen Beziehungen und die interkulturelle Verständigung. Die Stiftung wurde von Erika Vielberth gegründet.

Diana Mergel, Schülervertreterin und Teilnehmerin an der Gedenkstättenfahrt in der Einführungsphase der Oberstufe, betont die Bedeutung der Fahrt: „Als Schülervertreterin ist es mir besonders wichtig, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Holocaust lebendig zu halten. Durch die Teilnahme an der Gedenkstättenfahrt nach Polen möchte ich nicht nur mein Wissen vertiefen, sondern auch ein Zeichen setzen für Toleranz und Frieden. Es ist unsere Verantwortung, aus der Geschichte zu lernen und sicherzustellen, dass solche Tragödien nie wieder geschehen. Durch das Erleben der historischen Orte kann ich ein tieferes Verständnis und eine stärkere emotionale Verbindung zu den Ereignissen entwickeln. Dies ermöglicht es mir, eine wichtige Rolle bei der Förderung von Toleranz, Respekt und historischer Verantwortung innerhalb unserer Schulgemeinschaft zu spielen.“
Auch Amelie Syben, Teilnehmerin aus der Klasse 8a, hebt hervor: „Gestern ist geschehen, morgen kommt noch. Du hast heute, um dich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sie die Zukunft nicht bestimmen kann.“

Die Ziele der Gedenkstättenfahrt sind tiefgreifend und bedeutungsvoll. Die Jugendlichen sollen die Bedeutung von Erinnerungskultur und historischer Verantwortung erkennen, Empathie und Verständnis für die Opfer des Holocaust und deren Angehörige entwickeln, die Mechanismen von Diskriminierung und Ausgrenzung verstehen und die Wichtigkeit von Zivilcourage und demokratischen Werten erfassen. „Die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler, sich mit der erschütternden Realität des Holocaust auseinanderzusetzen, verdient höchste Anerkennung“, betont Blaudow. „Diese Erfahrung wird nicht nur lange in ihrem Gedächtnis bleiben, sondern sie auch gegen Extremismus sensibilisieren und dazu beitragen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen.“

Die Gedenkstättenfahrt stellt einen wichtigen Schritt zur Demokratieförderung und zur klaren Positionierung gegen Extremismus jeder Art dar. „In einer Zeit, in der extremistische Tendenzen wieder vermehrt auftreten, ist es von größter Bedeutung, dass wir unsere Jugendlichen für die Werte der Demokratie und die Gefahren von Ausgrenzung und Diskriminierung sensibilisieren“, so Blaudow. „Nur durch das Bewusstsein und die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit können wir eine bessere Zukunft gestalten.“

Im Anschluss an die Fahrt wird es ein Nachtreffen geben, bei dem die Erlebnisse und Eindrücke gemeinsam reflektiert und aufgearbeitet werden. „Es ist uns wichtig, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen zu teilen und zu verarbeiten“, erklärt Blaudow. „Während und nach der Fahrt stehen wir jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um die Teilnehmer emotional zu unterstützen.“Diese wichtige Bildungsreise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur lange im Gedächtnis bleiben, sondern sie auch dazu befähigen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen.