Gedenkstättenfahrt
Erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich – Ein Erlebnisbericht
Erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich
Ein Schritt zur Demokratieförderung und gegen Extremismus
Vom 1. bis 4. Juli 2024 findet die erste Gedenkstättenfahrt der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich statt. Diese bedeutende Bildungsreise wird künftig jährlich für Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen sowie der Einführungsphase und Qualifikationsphase 1 (Q1) der Oberstufe angeboten. An der diesjährigen Reise nehmen 54 Schülerinnen und Schüler sowie die Begleitpersonen Frau Maren Stockamp, Frau Felicitas Back und Herr Georg Blaudow teil.
Die Reise umfasst den Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und der Stadt Krakau, einschließlich des ehemaligen Ghettos, des jüdischen Viertels und einer Synagoge. In Auschwitz werden die Teilnehmenden durch die Gedenkstätte geführt und nehmen an einem Workshop im Bildungszentrum teil, um die Eindrücke zu vertiefen und zu reflektieren. Unterstützt wird die Fahrt auch durch die Schulleitung, Frau Oidtmann, die das Projekt tatkräftig fördert.
Georg Blaudow, der Initiator und Hauptverantwortliche der Gedenkstättenfahrt, erläutert: „Die ersten Ideen und Planungen für diese Fahrt gab es bereits 2016, jedoch standen verschiedene Hindernisse im Weg. Damals war unsere Schule noch im Aufbau, und durch die Coronakrise wurde die Planung weiter verzögert. Ich bin sehr froh, dass wir es nun endlich geschafft haben, diese Fahrt zu organisieren und zu realisieren. Es ist uns Gott sei Dank möglich, diese Fahrt für die Schülerinnen und Schüler sehr günstig anzubieten, dank der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und einer großzügigen Zuwendung der Sanddorf Stiftung.“
Die Sanddorf Stiftung, eine junge gemeinnützige Initiative, engagiert sich in den Bereichen Gesundheit, Völkerverständigung und Wissenschaft. Besonders wichtig ist ihr die Pflege der deutsch-polnischen Beziehungen und die interkulturelle Verständigung. Die Stiftung wurde von Erika Vielberth gegründet.
Diana Mergel, Schülervertreterin und Teilnehmerin an der Gedenkstättenfahrt in der Einführungsphase der Oberstufe, betont die Bedeutung der Fahrt: „Als Schülervertreterin ist es mir besonders wichtig, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Holocaust lebendig zu halten. Durch die Teilnahme an der Gedenkstättenfahrt nach Polen möchte ich nicht nur mein Wissen vertiefen, sondern auch ein Zeichen setzen für Toleranz und Frieden. Es ist unsere Verantwortung, aus der Geschichte zu lernen und sicherzustellen, dass solche Tragödien nie wieder geschehen. Durch das Erleben der historischen Orte kann ich ein tieferes Verständnis und eine stärkere emotionale Verbindung zu den Ereignissen entwickeln. Dies ermöglicht es mir, eine wichtige Rolle bei der Förderung von Toleranz, Respekt und historischer Verantwortung innerhalb unserer Schulgemeinschaft zu spielen.“
Auch Amelie Syben, Teilnehmerin aus der Klasse 8a, hebt hervor: „Gestern ist geschehen, morgen kommt noch. Du hast heute, um dich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sie die Zukunft nicht bestimmen kann.“
Die Ziele der Gedenkstättenfahrt sind tiefgreifend und bedeutungsvoll. Die Jugendlichen sollen die Bedeutung von Erinnerungskultur und historischer Verantwortung erkennen, Empathie und Verständnis für die Opfer des Holocaust und deren Angehörige entwickeln, die Mechanismen von Diskriminierung und Ausgrenzung verstehen und die Wichtigkeit von Zivilcourage und demokratischen Werten erfassen. „Die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler, sich mit der erschütternden Realität des Holocaust auseinanderzusetzen, verdient höchste Anerkennung“, betont Blaudow. „Diese Erfahrung wird nicht nur lange in ihrem Gedächtnis bleiben, sondern sie auch gegen Extremismus sensibilisieren und dazu beitragen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen.“
Die Gedenkstättenfahrt stellt einen wichtigen Schritt zur Demokratieförderung und zur klaren Positionierung gegen Extremismus jeder Art dar. „In einer Zeit, in der extremistische Tendenzen wieder vermehrt auftreten, ist es von größter Bedeutung, dass wir unsere Jugendlichen für die Werte der Demokratie und die Gefahren von Ausgrenzung und Diskriminierung sensibilisieren“, so Blaudow. „Nur durch das Bewusstsein und die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit können wir eine bessere Zukunft gestalten.“
Im Anschluss an die Fahrt wird es ein Nachtreffen geben, bei dem die Erlebnisse und Eindrücke gemeinsam reflektiert und aufgearbeitet werden. „Es ist uns wichtig, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen zu teilen und zu verarbeiten“, erklärt Blaudow. „Während und nach der Fahrt stehen wir jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um die Teilnehmer emotional zu unterstützen.“Diese wichtige Bildungsreise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur lange im Gedächtnis bleiben, sondern sie auch dazu befähigen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen.
